Bundesweite Rundmail vom 29. April 2008 der Schüler von Tübingen (FSO):
Liebe Freundinnen und Freunde,
es ist Zeit für ein bisschen Bewegung!Bildungsmisere, PISA-Studie, G8-Gymnasium, Eliteklassen, Leistungsdruck, Stundenausfall, perspektivlose Hauptschulen, demotivierte SchülerInnen und soziale Auslese. Das sind nur einige Schlagwörter der Krise, in der sich das deutsche Schulsystem befindet. Alle beschweren sich, die Schlagzeilen häufen sich, doch in den Kultusministerien herrschen Ratlosigkeit und Uneinigkeit über die Richtung, die es einzuschlagen gilt. Seit Jahren versuchen wir, uns als SchülerInnen Gehör zu verschaffen. Selten werden wir für voll genommen.
Deshalb ist für den 12. Juni 2008 ein kleiner Denkanstoß seitens derer, um die es eigentlich geht, angesetzt: Ein Schulstreik! Statt uns weiter durch ein veraltetes, frustrierendes und ungerechtes Schulsystem zu schlagen, setzen wir uns ab sofort penetrant und vehement für eine sich an unseren Interessen und Wünschen orientierende Bildung ein. Denn wir glauben trotz allem noch daran: Schule könnte Spaß machen! Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg, auf dem viele und grundlegende Veränderungen nötig sind, bei denen wir viele Wörtchen, ja sogar ganze Sätze mit zu reden haben.
Wir, also die Freie SchülerInnen Organisation (FSO) Tübingen, versuchen im Moment, den Schulstreik auch bundesweit aufzuziehen. Denn trotz föderalistischer Bildungspolitik sind die Verhältnisse in den Schulen in jedem Bundesland inakzeptabel. Wir haben im Moment positive Rückmeldungen aus mehr als einem dutzend Städten in Deutschland für den 12. Juni – warten aber noch auf feste Zusagen. In Berlin wird bereits am 22. Mai ein lokaler Schulstreik stattfinden, der im besten Fall den Startschuss für eine bundesweite Ausdehnung darstellen soll.
Je mehr SchülerInnen in ganz Deutschland am 12. Juni auf die Straße gehen, umso größer wird die Wirkung des Streiks. Es geht hier darum, die umfassende Dimension der Bildungsmisere aufzuzeigen und als SchülerInnen geschlossen eigene Standpunkte in die Debatte einzubringen. Jede Stadt, die sich der Mobilisierung anschließt und in deren Schulen gestreikt wird, vervielfacht den Effekt in der Öffentlichkeit und bei den Verantwortlichen.
Deshalb ist es uns wichtig, so viele Stimmen wie möglich hinter der Forderung nach einer grundlegend anderen Bildungspolitik zu versammeln. Organisiert euch und ruft an euren Schulen zum Schulstreik auf! Nur gemeinsam sind wir stark, und nur gemeinsam haben wir die Chance, etwas zu verändern. Wir sind viele Tausende, und um uns geht es hier doch schließlich. Es ist an der Zeit, uns zu einem Schritt nach vorne zusammen zu tun.
Es soll bei diesem Schulstreik natürlich nicht einfach nur darum gehen, eine freien Tag mehr zu ergattern, sondern um einen politischen Ausdruck. Deshalb werden wir während der eigentlichen Schulzeit eine Demonstration durchführen. An die Abschlusskundgebung soll sich ein Konzert anschließen. Ähnliches ist in jeder Stadt vorstellbar. Nach dem 12. Juni können die Aktionen dann weitergehen. Die hier geknöpften Vernetzungen sind für uns alle eine wichtige Waffe im Kampf für ein besseres und gerechtes Bildungssystem.
Zwecks Vernetzung, Unterstützung, Fragen oder Mobilisierung wendet euch einfach so bald wie möglich an uns. Wir können euch umfangreiches Material wie Aufrufe, Presseerklärungen oder Flyervorlagen zur Verfügung stellen, ein Teil der Arbeit ist also schon gemacht.
Wir hoffen auf eure Antworten. Solidarität ist unsere Waffe! Für freie und gerechte Bildung!
http://www.fso-tuebingen.de
http://www.bundesweiter-schulstreik.de/












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