Jungen zu vernachlässigen fördert nicht automatisch die Anliegen der Frauen. Das muss sich aber erst noch herumsprechen.
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Triumph der Schmetterlinge
Bayern: Erzieher und Grundschullehrer verzweifelt gesucht
So sprach es der Präsident des des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes Klaus Wenzel. Die Situation sei besonders dramatisch an den Grundschulen. Auch an Kindertagesstätten sind Männer selten anzutreffen. Gründe hierfür seien die schlechte Bezahlung und wenige Aufstiegschancen. Aber auch die fehlende Wertschätzung der Lehrer(innen)tätigkeit sei mitverantwortlich für diese Situation.
Mehr zu den Folgen und mögliche Lösungsansätze findet man in der vollständigen Pressemeldung des BLLV.
Wann dies dem baden-württembergischen Kultusministerium auffällt ist fraglich. Ebenso wann darauf reagiert wird. So z.B. lag im Sommersemester 2007 der Frauenanteil der Studierenden (Lehramt: Grundschule) bei 91,4% (Quelle: Gleichstellungskonzept der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe 2008 [PDF]).
Im Jahre 2006 wurden Schüler eines Gymnasiums im Rahmen des “Boys’ Day” über den Lehrerberuf vom AStA und der Gleichstellungsbeauftragten informiert. 2008 gab es eine Informationsveranstaltung an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Man konnte die Teilnehmer, die allesamt nur anwesend waren, um nicht am Unterricht teilnehmen zu müssen, an zwei Händen abzählen.
Man(n) kann also leicht erkennen, dass gegen diesen “Trend zur Feminisierung des (Grundschul-
)Lehrerberufs” sehr wenig getan wird, hier im Ländle. Ich wünschte, es würden mehr Männer den Weg wählen, den ich auch eingeschlagen habe.
TV-Tipp: Das Jungsproblem [Update]
Heute (01. August) um 21:02 Uhr auf Eins Extra:
Das Jungsproblem
Auf der Suche nach männlichen Vorbildern
Sie können sich nicht konzentrieren, schaffen keinen Schulabschluss, machen Schlagzeilen mit krimineller Energie: Jungen sind zu einer beunruhigenden Spezies geworden. Und manchmal wird’s mit dem Alter nicht besser: 90 % der Obdachlosen und Intensivtäter sind Männer. Die Entwicklung von Mädchen und Jungen scheint mehr und mehr auseinander zu driften. Jedes Jahr werden mehr Jungen gewalttätig und immer weniger machen Abitur. Verunsichert, gefährlich, chancenlos – etwas läuft falsch in der männlichen Sozialisation. Bewegungsmöglichkeiten werden eingeschränkt, immer mehr praktische Berufe entfallen, Kindergarten, Schule und das Zuhause sind weitgehend weiblich geprägt – das alles macht das Erwachsen-Werden nicht einfacher für kleine Jungs.
Zugleich ist nicht erst seit dem neuen Elterngeld, das Männer zur Familienzeit ermuntert, ein neues Vaterbild angesagt. Zeichnet sich tatsächlich eine Lösung ab für die Probleme, die Jungen damit haben, ‘richtige’ Männer zu werden?
[Update]:
Wiederholung am Samstag den 16.08.2008,
12:30 – 13:00 Uhr, EinsExtra
Schülerstreik
Bundesweite Rundmail vom 29. April 2008 der Schüler von Tübingen (FSO):
Liebe Freundinnen und Freunde,
es ist Zeit für ein bisschen Bewegung!Bildungsmisere, PISA-Studie, G8-Gymnasium, Eliteklassen, Leistungsdruck, Stundenausfall, perspektivlose Hauptschulen, demotivierte SchülerInnen und soziale Auslese. Das sind nur einige Schlagwörter der Krise, in der sich das deutsche Schulsystem befindet. Alle beschweren sich, die Schlagzeilen häufen sich, doch in den Kultusministerien herrschen Ratlosigkeit und Uneinigkeit über die Richtung, die es einzuschlagen gilt. Seit Jahren versuchen wir, uns als SchülerInnen Gehör zu verschaffen. Selten werden wir für voll genommen.
Deshalb ist für den 12. Juni 2008 ein kleiner Denkanstoß seitens derer, um die es eigentlich geht, angesetzt: Ein Schulstreik! Statt uns weiter durch ein veraltetes, frustrierendes und ungerechtes Schulsystem zu schlagen, setzen wir uns ab sofort penetrant und vehement für eine sich an unseren Interessen und Wünschen orientierende Bildung ein. Denn wir glauben trotz allem noch daran: Schule könnte Spaß machen! Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg, auf dem viele und grundlegende Veränderungen nötig sind, bei denen wir viele Wörtchen, ja sogar ganze Sätze mit zu reden haben.
Wir, also die Freie SchülerInnen Organisation (FSO) Tübingen, versuchen im Moment, den Schulstreik auch bundesweit aufzuziehen. Denn trotz föderalistischer Bildungspolitik sind die Verhältnisse in den Schulen in jedem Bundesland inakzeptabel. Wir haben im Moment positive Rückmeldungen aus mehr als einem dutzend Städten in Deutschland für den 12. Juni – warten aber noch auf feste Zusagen. In Berlin wird bereits am 22. Mai ein lokaler Schulstreik stattfinden, der im besten Fall den Startschuss für eine bundesweite Ausdehnung darstellen soll.
Je mehr SchülerInnen in ganz Deutschland am 12. Juni auf die Straße gehen, umso größer wird die Wirkung des Streiks. Es geht hier darum, die umfassende Dimension der Bildungsmisere aufzuzeigen und als SchülerInnen geschlossen eigene Standpunkte in die Debatte einzubringen. Jede Stadt, die sich der Mobilisierung anschließt und in deren Schulen gestreikt wird, vervielfacht den Effekt in der Öffentlichkeit und bei den Verantwortlichen.
Deshalb ist es uns wichtig, so viele Stimmen wie möglich hinter der Forderung nach einer grundlegend anderen Bildungspolitik zu versammeln. Organisiert euch und ruft an euren Schulen zum Schulstreik auf! Nur gemeinsam sind wir stark, und nur gemeinsam haben wir die Chance, etwas zu verändern. Wir sind viele Tausende, und um uns geht es hier doch schließlich. Es ist an der Zeit, uns zu einem Schritt nach vorne zusammen zu tun.
Es soll bei diesem Schulstreik natürlich nicht einfach nur darum gehen, eine freien Tag mehr zu ergattern, sondern um einen politischen Ausdruck. Deshalb werden wir während der eigentlichen Schulzeit eine Demonstration durchführen. An die Abschlusskundgebung soll sich ein Konzert anschließen. Ähnliches ist in jeder Stadt vorstellbar. Nach dem 12. Juni können die Aktionen dann weitergehen. Die hier geknöpften Vernetzungen sind für uns alle eine wichtige Waffe im Kampf für ein besseres und gerechtes Bildungssystem.
Zwecks Vernetzung, Unterstützung, Fragen oder Mobilisierung wendet euch einfach so bald wie möglich an uns. Wir können euch umfangreiches Material wie Aufrufe, Presseerklärungen oder Flyervorlagen zur Verfügung stellen, ein Teil der Arbeit ist also schon gemacht.
Wir hoffen auf eure Antworten. Solidarität ist unsere Waffe! Für freie und gerechte Bildung!
http://www.fso-tuebingen.de
http://www.bundesweiter-schulstreik.de/
Noch mehr Männer an die pädagogische Front
Hierzu zwei weitere Zitate. Zum einen aus dem aktuellen Beschluss des Parteirates der Grünen:
Mehr Männer in Kitas und Grundschulen
Besonderes Augenmerk muss auf männliche Bildungsverlierer gerichtet werden. Jugendgewalt ist überwiegend männlich – sowohl was die Täter als auch was die Opfer angeht. Viele Jungen erleben zuerst in ihrer Familie Gewalt, positive männliche Vorbilder fehlen. In Kita und Grundschule treffen sie fast ausschließlich auf weibliche Pädagogen und können auch hier nicht von positiven männlichen Identifikationsfiguren lernen. Wir brauchen deshalb mehr Männer in Kitas und Grundschulen und eine stärkere Rollenreflektion aller Erziehungskräfte in den Einrichtungen.
Zum anderen zitiert Die Welt eine Direktorin einer Gesamtschule:
Sie glaubt auch, dass es mehr männliche Lehrer geben müsse: “Die Jungen brauchen in der Pubertät Lehrer als Autoritätsvorbilder, wir Lehrerinnen schaffen das einfach nicht.”
via: boys’ education
Mal abwarten, wann diese Botschaften in den Ministerien ankommen und darauf reagieren werden.











